Liebe statt Bewertungen
Der Jungfrau-Neumond vom 11. September 2026
Am Freitag, den 11. September, ereignet sich um 05.27 Uhr (MESZ) der nächste Neumond und zwar im Zeichen Jungfrau. Ein wichtiger Aspekt dieses neuen Sonne/Mond-Zyklus äussert sich darin, dass alle Planeten ab Saturn, also Uranus, Neptun und Pluto sowie der Planetoid Chiron rückwärts laufen. Gegen Ende des Zyklus gesellt sich dann ebenfalls die Venus dazu, die am 3. Oktober auf 8 ½ Grad Skorpion ihre Richtung von direkt- zu rückläufig ändert und sich bis zum 14. November im Tierkreis rückwärts bewegt. Überhaupt spielt die Venus bei diesem Neumond eine zentrale Rolle. So steht sie im Neumondhoroskop in fast exakter Opposition zum verwundeten Heiler Chiron. Die genaue Opposition zwischen Venus in Skorpion und Chiron in Stier findet am Tag vor dem Neumond, am 10.September, statt. Sie fällt damit zeitlich mit der Richtungsänderung des Uranus zusammen, der am gleichen Tag, nur wenige Stunden nach der genauen Venus/Chiron-Opposition, auf 6 Grad Zwillinge, rückläufig wird. Fünf Tage später, am 15. September, läuft die Venus dann ins exakte Quadrat zum Krisen- und Transformationsplaneten Pluto, wodurch ein Spannungsdreieck zwischen Venus in Skorpion, Chiron in Stier und Pluto in Wassermann entsteht. Dieses Dreieck ist bereits zu Neumond wirksam und stellt einen der wesentlichsten Aspekte des neuen Zyklus dar. Um den Neumond finden zudem noch weitere bedeutende Bewegungen statt. So wechselt am 14. September die Lilith vom Schütze- ins Steinbock-Zeichen. Dort wird sie bis zum 11. Juni 2027 verweilen. Vier Tage später, am 18. September, erfolgt dann der Eintritt Chirons zurück ins Widder-Zeichen.
Der Spannungspegel zum Zeitpunkt des Neumondes ist bereits hoch. Doch dürfte er im Laufe des Zyklus noch zunehmen. Denn Mars wird ebenfalls Spannungsaspekte zu Chiron und zu Pluto bilden. Das genaue Quadrat zu Chiron konstelliert sich am 27. September, die genaue Opposition zu Pluto am 3. Oktober und damit am selben Tag, an dem die Venus rückläufig wird. Der 3. Oktober ist zugleich der Geburtstag von Deutschland (Wiedervereinigungshoroskop) und entsprechend werden diese Aspekte das Jahreshoroskop des Landes (Solar) prägen. Unter diesem Gesichtspunkt erstaunt es wohl nicht, dass Deutschland momentan in Aufruhr ist, und entsprechend dürfte auch für die kommenden Monate noch einiges zu erwarten sein.
Wie sich die erwähnten Aspekte niederschlagen und welche Erfahrungen damit verbunden sein könnten, möchte ich im Folgenden beleuchten. Dabei versuche ich auch das Potenzial der wirkenden Energien herauszuschälen. Lassen Sie uns, bevor wir näher in die Qualität des neuen Sonne/Mond-Zyklus einsteigen, jedoch zuvor einen Blick auf die Konstellationen des Neumondes im Einzelnen werfen.
Die Konstellationen des Neumondes
Beim kommenden Neumond stehen Sonne und Mond auf 18 Grad Jungfrau und machen ein Sextil zum Mars auf 20 Grad Krebs sowie ein Anderthalbquadrat zum Pluto auf 3 Grad Wassermann. Mars befindet sich ausserdem im Halbquadrat zu Uranus auf 6 Grad Zwillinge, während Pluto zudem ein Quadrat zur Venus auf 1 Grad Skorpion und auch eines zu Chiron auf 0 Grad Stier bildet. Die Venus steht des Weiteren im Sextil zur Lilith auf 30 Grad Schütze, im Halbsextil zu Merkur auf 1 Grad Waage sowie im Quinkunx zu Neptun auf 3 Grad Widder. Entsprechend machen Merkur und Neptun eine Opposition zueinander. Merkur geht darüber hinaus ein Quadrat zur Lilith ein und steht im harmonischen Trigon zu Uranus und zu Pluto. Auf diese Weise entsteht ein grosses Trigon in den Luftzeichen Zwillinge, Waage und Wassermann. Zudem bildet Merkur ein Halbquadrat zu Jupiter auf 16 Grad Löwe, der wiederum im Trigon zu Saturn auf 13 Grad Widder steht. Weitere Aspekte des Neumondhoroskops sind das Trigon zwischen Lilith ganz Ende des Schütze-Zeichens und Chiron ganz Anfang des Stier-Zeichens. Wirksam ist ausserdem weiterhin das harmonische Dreieck zwischen den drei Langsamläufern Uranus, Neptun und Pluto. Dabei bilden Uranus und Pluto ein Trigon zueinander und machen jeweils ein Sextil zu Neptun.
Wenn der wunde Kern berührt wird
Wie eingangs erwähnt, kommt der Venus bei diesem Sonne/Mond-Zyklus eine grosse Bedeutung zu. Einerseits, weil sie im Laufe des Zyklus rückläufig wird, andererseits, weil sie sich zurzeit im Spannungsfeld von Chiron und Pluto befindet. Venus steht symbolisch für das, was uns ein gutes und sicheres Selbstwertgefühl schenkt. Wenn wir als Kind genügend gesehen, geliebt und wertgeschätzt wurden, konnten wir wahrscheinlich ein hinreichend gutes Selbstwertgefühl entwickeln. Doch häufig lief es nicht in dieser Weise oder nicht so, wie wir es gebraucht hätten. Wenn Chiron, wie es momentan der Fall ist, einen harten Aspekt zur Venus bildet, kommen wir mit Aspekten und Gefühlen dieser Urwunde in Berührung. So erleben wir vielleicht, dass andere Menschen uns harsch begegnen, wir Zurückweisungen, Vorwürfe oder Kritik erfahren. Oder wir bekommen nicht die Anerkennung, die wir uns wünschen, weil unser Einsatz oder unsere Leistungen, beispielsweise am Arbeitsplatz, nicht genügend gesehen oder gewürdigt werden. Dies mag in uns ein Gefühl von Unsicherheit oder Ärger hervorrufen. Einige mögen darauf mit Rückzug, mit Selbstvorwürfen oder gar mit Selbstzweifeln reagieren. Andere dagegen sehen das Problem eher im Aussen. Sie neigen zur Flucht nach vorne und gehen in den Angriff, indem sie andere beschuldigen und für die Missstimmung oder die Probleme verantwortlich machen.
Eine Möglichkeit für Transformation und Heilung
Wenn unsere inneren Wunden berührt werden, reagieren wir in der Regel irrational. Ausser wir haben schon viel innere Arbeit geleistet und unsere alten Verletzungen konnten heilen. Insofern stellt dieser Zyklus trotz der Herausforderungen, die er mit sich bringt, zugleich eine Entwicklungsmöglichkeit dar. Denn wenn uns in der nächsten Zeit etwas über die Massen triggert, aufwühlt oder gar aus der Fassung bringt, wissen wir, dass in uns ein noch ungelöstes Thema gerade angestupst wird. Dem dürfen wir uns nun zuwenden. So lässt sich dieser Sonne/Mond-Zyklus auch als eine Zeit der Heilung verstehen und nutzen. Was wir in dieser Phase brauchen, sind nicht negative Gedanken oder Bewertungen, sondern Verständnis und Liebe. Dies spiegelt sich auch im Vollmond vom 26. September (18.49 Uhr MESZ) wider, bei dem der Mond in Konjunktion mit Neptun, dem Planeten des Mitgefühls, der Empathie und der allumfassende Liebe steht. Die Ärztin Christiane Northrup hat dazu einmal folgende Worte formuliert: "Ihre Macht liegt darin, mitten in Ihrer Wut innezuhalten, mitten in Ihrem Kummer, Ihrer Frustration, und dann zu erkennen, dass diese Situation eine Gelegenheit darstellt, sich selbst zu danken und zu lieben und nicht zu bewerten. ... Wenn Sie das tun, wird sich der wütende, unverbundene Teil von Ihnen auflösen, weil seine Botschaft gehört wurde. Er bekommt die Aufmerksamkeit und Liebe, die er schon immer gebraucht hat." (Dr. Christiane Northrup: Weisheit: Die ureigene Mitte finden)
Aha-Erlebnisse, wichtige Erkenntnisse, aber auch Täuschungsanfälligkeit
Wenn wir mit einer Haltung der Offenheit, Zugewandtheit und Wertfreiheit auch anderen begegnen, können wir jetzt viel Heilsames füreinander tun. Besonders geht es darum, auf die Wahl unserer Worte zu achten. Ist viel Anspannung oder Druck vorhanden, leidet schnell einmal die Kommunikation und das Gespür füreinander geht verloren. Merkur, der im Neumondhoroskop im ausgleichenden und kompromissbereiten Waage-Zeichen steht, kann uns punkto konstruktiver Gespräche gute Dienste leisten. Seine harmonischen Aspekte zu Uranus und Pluto wirken zudem unterstützend. So können Gespräche jetzt einen geistig anregenden und tiefgründigen Charakter haben, was uns hilft, Dinge auf neue Weise zu sehen und zu begreifen.
Wenn wir uns mit einem Thema intensiv befassen, mögen wir zudem erleben, dass uns neue Impulse oder Ideen zufliessen. Vielleicht erhalten wir wichtige Hinweise für die Gestaltung eines Projektes oder Tipps, welche weiteren Schritte oder Entscheidungen nötig sind, um etwas voranzutreiben. Wir könnten auch Aha-Erlebnisse haben, die uns eine Angelegenheit umfassender verstehen lassen. Da Merkur sich jedoch zugleich im Spannungsaspekt zu Neptun und zur Lilith befindet, sollten wir auf jeden Fall prüfen, ob die Informationen, die wir erhalten, Hand und Fuss haben. Wissen und Informationen können uns nämlich gegenwärtig einerseits auf geheimnisvolle Weise erreichen. Andererseits besteht gleichzeitig eine gewisse Täuschungsanfälligkeit beziehungsweise die Tendenz, nur bestimmte Dinge zu sehen oder glauben zu wollen. Schnell einmal könnten auch wichtige Details übersehen werden. Des Weiteren kann es sein, dass man im Kontakt nun aneinander vorbeiredet oder Missverständnisse die Kommunikation erschweren. Daher ist es von Vorteil, sich immer wieder zu vergewissern, ob der andere einen richtig verstanden hat.
Spannungszunahme ab dem Vollmond
Besonders wenn die Spannung im Laufe des Zyklus zunimmt, was besonders ab dem Vollmond spürbar sein dürfte, ist es für die Aufrechterhaltung des zwischenmenschlichen Friedens essentiell wichtig, auf welche Weise wir uns begegnen und miteinander kommunizieren. Dinge oder Themen, die bisher eher im Verborgenen schlummerten oder unter der Oberfläche gärten, drängen nun in die Sichtbarkeit und erzwingen möglicherweise eine Entscheidung. Jedenfalls ist dies eine Zeit, in der die Karten auf den Tisch kommen. Wegsehen, verdrängen, schönreden oder Probleme aussitzen funktioniert nicht mehr. Das gilt für unser persönliches Leben ebenso wie im gesellschaftlichen und politischen Kontext. Insofern bringt dieser Neumond die Wahrheit oder die Tatsachen ans Licht. Doch es macht einen wesentlichen Unterschied, ob wir Differenzen im Kampfmodus oder im gegenseitigen Respekt besprechen und klären.
Die Rhythmen unseres Körpers unterstützen
Spannungen und Konflikte, die sich jetzt auftun, könnten dabei von grundsätzlicher Natur sein und recht tief gehen. So mag sich in bestimmten Beziehungen und Partnerschaften die Frage stellen, wie es weitergehen soll und kann. Entsprechend braucht es für den neuen Zyklus eine gehörige Portion Mut und Klarheit, um den Gegebenheiten ins Auge zu sehen und auch in schwierigen Momenten nicht auszuweichen. Das alles kann einiges an Energie kosten, sodass es wichtig ist, dass wir für unser Wohlergehen gut sorgen. Das Jungfrau-Zeichen, in dem der Neumond stattfindet, hat einen engen Bezug zur Gesunderhaltung unseres Systems und lädt uns dazu ein, unseren körperlichen und seelischen Bedürfnissen die verdiente Aufmerksamkeit zu schenken. Die vielen rückwärtslaufenden Planeten begünstigen dies momentan zusätzlich. Vielleicht erfordert unser Körper zurzeit auch mehr Pflege und Fürsorge als sonst, sodass wir uns um ihn mehr kümmern müssen. Die Rhythmen unseres Körpers zu kennen, zu unterstützen und zu ehren, ist eine der Aufgaben, die das Jungfrau-Zeichen an uns stellt. Es ist aber auch eine Gabe.
Ich wünsche Ihnen für den kommenden Sonne/Mond-Zyklus alles Gute und dass Sie sein Potenzial auf beste Weise nutzen können.
Ihre
Alexandra Klinghammer