Schöpferische Kraft und heilendes Licht

Der Löwe-Neumond vom 1. August 2019
 

Am Donnerstag, den 1. August, ereignet sich um 05.12 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit der nächste Neumond und zwar im Löwe-Zeichen. Dieser Neumond bringt uns in Kontakt mit unseren schöpferischen Fähigkeiten, mit der uns innewohnenden Kraft, uns für Eingebungen und Inspirationen zu öffnen und diese Gestalt und Form annehmen zu lassen. Schöpferisch zu wirken, ist ein Ausdruck der archetypischen Qualität des Löwe-Zeichens. Der kommende Neumond zeigt uns dabei, welche Haltung dafür jetzt erforderlich ist beziehungsweise welche Energien es gilt, in den schöpferischen Prozess einzubeziehen, um unsere Ziele zu erreichen und erfolgreich zu handeln. Doch erschöpft sich die Energie des Neumondes nicht im Ausdruck unserer Kreativität sowie in der Umsetzung unserer Herzensanliegen. Er vermag uns darüber hinaus in Berührung zu bringen mit dem alles durchdringenden kosmischen Licht.
 

Die Konstellationen des Neumondes

Beim kommenden Neumond stehen Sonne und Mond auf 9 Grad Löwe und bilden eine Konjunktion mit Venus auf 5 Grad Löwe sowie ein weites harmonisches Trigon zum rückläufigen Jupiter auf 15 Grad Schütze. Ein harmonischer Aspekt wird ebenfalls zum rückläufigen Chiron auf 6 Grad Widder gebildet. Von besonderer Bedeutung ist zudem das Quadrat zum Uranus, durch den die Dreifachkonjunktion von Sonne, Mond und Venus dynamisiert wird. Uranus befindet sich zurzeit auf 7 Grad Stier. Weitere Aspekte, die sich im Neumondhoroskop zeigen, sind Mars auf 19 Grad Löwe im Trigon zu Jupiter sowie der rückläufige Merkur auf 24 Grad Krebs in Opposition zu Pluto auf 21 Grad Steinbock. Pluto befindet sich dabei zusammen mit Saturn (beide ebenfalls rückläufig) weiterhin am absteigenden Mondknoten, Saturn dabei sogar gradgenau auf 16 Grad Steinbock.
 

Schöpferische Intensität

Wir haben gesehen, dass der Neumond auf 9 Grad Löwe stattfindet (8 Grad 37 Bogenminuten). In der Astrologie gibt es ein Modell, das jedem Tierkreisgrad eine symbolische Bedeutung zuordnet, die sogenannten Sabischen Symbole. Jeder Tierkreisgrad, insgesamt sind es 360 an der Zahl, repräsentiert dabei eine bestimmte Bewusstseinshaltung und die damit verbundenen Aufgaben und Potentiale. Eine sehr tiefsinnige Deutung der Sabischen Symbole, die von Marc Edmund Jones und der hellsichtig begabten Elsie Wheeler 1925 gefunden wurden, stammt von dem berühmten Astrologen Dane Rudhyar (1895-1985). 
Schlägt man nach, welches Symbol die Phase von 9 Grad Löwe charakterisiert, findet man folgende Beschreibung: Glasbläser formen wunderschöne Vasen durch die Kontrolle ihres Atems. Rudhyar entschlüsselt diese etwas kryptische Beschreibung wie folgt: "Der Atem repräsentiert die Kraft des Geistes, des Beseelers aller lebenden Manifestationen. Weil der Glasbläser seinen Atem gebraucht, um die gläsernen Gefässe zu bilden, ist er ein passendes Symbol dafür, wie tief jedes schöpferische Individuum sein ganzes Wesen und Sein in seine Schöpfung einbringen muss. Er gebraucht auch das Feuer des Geistes – transpersonale Inspiration – oder, in einem anderen Sinne, das Feuer tief empfundener Gefühle." (Dane Rudhyar: Astrologischer Tierkreis und Bewusstsein, Kailash)
 

Aus dem Sein heraus wirken und handeln

Mit seinem ganzen Wesen aus einem Zustand des Seins zu wirken und zu handeln, bedeutet nicht weniger als die eigenen spirituellsten, lebendigsten Energien in den schöpferischen Akt einfliessen zu lassen. Auf diese Weise ist man ein wahrhaft Erschaffender. Nicht die eigene Wirkung, Machtstreben oder Stolz stehen dabei im Vordergrund, sondern das Lebendigwerden der eigenen Vision, das Formwerden eines höheren Sinns oder die Verwirklichung einer ehrenwerten Aufgabe, die dem Ganzen, nicht dem eigenen Ego dient. Ist man fähig, eine solche Haltung einzunehmen, fliesst einem jetzt unter dem Eindruck des Neumondes von höheren geistigen Ebenen viel Inspiration zu. Dies kann sich in Form von Eingebungen oder plötzlichen Geistesblitzen äussern und dabei sogar prophetischen Charakter haben, indem die Gedanken und Bilder, die in einem aufleuchten, den Samen des Zukünftigen in sich tragen beziehungsweise auf das hindeuten, was jetzt in unserem Leben Form annehmen will. 

Dies alles mag in uns eine starke Überzeugung oder innere Gewissheit heranreifen lassen, was im Moment zu tun ist, welche Entscheidungen getroffen werden und welche Handlungen ausgeführt werden müssen, um an unser Ziel zu gelangen. Allerdings sind dabei immer wieder Flexibilität und Improvisationsvermögen gefordert. So müssen wir möglicherweise mit unerwarteten Situationen, Überraschungen und plötzlichen Wendungen rechnen, auf die es gilt, sich so gut es geht einzustellen. Möglich ist aber auch, dass wir selbst eine Kehrtwende vollziehen, weil wir erkennen, dass wichtige Anpassungen und Veränderungen in unserem Leben notwendig sind, damit festgefahrene Situationen wieder in Fluss kommen oder überholte Strukturen und Verhältnisse, die für uns nicht mehr stimmig sind, überwunden werden können.
 

Merkur kehrt seine Richtung

Merkur ist im Neumondhoroskop noch rückläufig, kehrt aber seine Richtung zur Direktläufigkeit direkt nach Neumond. Dennoch würde ich wichtige Entscheidungen, Gespräche oder den Beginn eines neuen Vorhabens erst ab dem 2. August ins Auge fassen. Aber auch dann sollte in allem eine überpersönliche Haltung spürbar werden. Wenn wir jetzt zu viel für uns selbst wollen oder vor allem auf unseren eigenen Vorteil fokussiert sind, könnten wir Schiffbruch erleiden. Vielleicht nicht sofort. Möglicherweise sehen die Dinge anfänglich für uns sogar ganz gut aus, aber langfristig dürften sie keinen Bestand haben.
 

Neuer Schwung oder Unruhe in Beziehungen

Im Fokus des Neumondhoroskops stehen des Weiteren Beziehungen. Denn der Neumond findet in Konjunktion mit dem Liebes- und Beziehungsplaneten Venus statt und auch der Mars befindet sich im feurigen, leidenschaftlichen Löwe-Zeichen. Dies weckt in uns ein Bedürfnis nach Romantik, nach prickelnden, aufregenden Momenten, in denen ebenso Herz wie Eros auf ihre Kosten kommen wollen. Wenn wir dabei ganz im Moment sind, einfach geniessen, was ist, kann dies eine grandiose Zeit sein. Sie vermag ebenso neuen Schwung in bestehende, von Routine und Gewohnheit ermüdete Beziehungen bringen wie sie neue Begegnungen ermöglicht, die uns völlig elektrisieren. Allerdings sind die Konstellationen weniger auf Kontinuität und Dauerhaftigkeit ausgerichtet als auf Spiel, Spass und Spontaneität. So sind wir in einem Moment von einer Person vielleicht völlig hingerissen, möglicherweise sogar bereit, unser Leben völlig auf den Kopf zu stellen und neu anzufangen. Doch müssen wir nach kurzer Zeit unter Umständen realisieren, dass unsere Erwartungen zu hochgeschraubt oder zu idealistisch waren und sich die Dinge bei genauerem Hinsehen in einem anderen Licht präsentieren. Darauf weist die volatile Qualität des Venus/Uranus-Quadrates hin. 

Zudem befinden wir uns gegenwärtig in der Endphase eines Venus/Mars-Zyklus. (Der neue, rund zweijährige Zyklus beginnt am 24. August.) Aufgrund dieser Zyklusphase geht es in festen Beziehungen nun darum, Altes abzuschliessen und hinter sich zu lassen, um gemeinsam einen neuen Entwicklungs- und Wachstumszyklus zu beginnen. Wenn wir aufmerksam sind, mögen sich uns bereits die ersten Keime und Anzeichen von dem, was sich in unseren Liebesbeziehungen in den kommenden Monaten entfalten will, zeigen. Im ärgsten Fall kann es aber auch zu Beziehungsabbrüchen oder Trennungen kommen. 
(Ein Artikel von mir über die Qualität des neuen Venus/Mars-Zyklus findet sich in der aktuellen August/September-Ausgabe von Astrologie Heute. http://www.astrologieheute.ch)  
 

Heilendes Licht

Zum Schluss möchte ich noch auf einen ganz anderen Aspekt der Venus-Entsprechung des Neumondhoroskops eingehen. Venus steht nicht nur für unsere Beziehungen, sondern sie ist ebenso ein Symbol für unseren Körper. Im Neumondhoroskop steht die Venus in Konjunktion mit der Sonne, der Regentin beziehungsweise Herrscherin des Löwe-Zeichens. Dieser Neumond bietet uns auf ausgesprochene Weise die Möglichkeit, unseren Körper zu vitalisieren und zu energetisieren, da er für das feinstoffliche Prana, das die Sonne emittiert, jetzt sehr empfänglich und aufnahmebereit ist. Es lohnt sich also, sich gegenwärtig viel draussen in der Natur aufzuhalten. Weniger bekannt ist dagegen, dass das Sonnenlicht auch unsere höheren geistigen Nervenzentren belebt und damit positiv auf unsere geistige Entwicklung wirkt. Wenn zugegeben auch nur in geringem Ausmasse. Paramahansa Yogananda wies in seinem berühmten Buch "Autobiographie eines Yogi" auf diesen Aspekt hin: "Man muss zwölf Jahre gesund leben, um nur die geringste Verfeinerung in der Gehirnstruktur zu bewirken, und eine Million Sonnenjahre, um das Gehirn so weit zu veredeln, dass es kosmisches Bewusstsein auszudrücken vermag." 

Zum Glück gibt es viele geistige Methoden, die es erlauben, auf schnellerem und effektiverem Wege die Körper- und Gehirnzellen zu beleben, wie praktisch alle spirituellen Techniken wie Yoga, Meditation oder andere es vermögen. Die harmonische Konstellation zwischen Sonne, Mond, Venus und Chiron eignet sich zudem für alle Arten von Heilmeditationen, vor allem für Visualisierungsübungen in Form von Lichtmeditationen, wie sie beispielsweise Wolfgang Maly lehrt. Dabei stellt man sich vor, wie heilendes Licht über den Kopf in den Körper einströmt, sich weiter zum Herzen bewegt und sich von dort aus liebevoll im ganzen Körper ausbreitet. Diese Lichtmeditation hat mir, neben anderen Techniken, geholfen meinen Fuss, den ich mir 2013 gebrochen hatte, zu heilen. (Die Geschichte habe ich in meinem Buch "Neptun - In Berührung mit dem Geheimnisvollen" beschrieben, siehe Buchtipp unten.)
 

Einssein mit der Quelle

Über einen sehr interessanten Aspekt zwischen Energie, Körper und Bewusstsein berichtet auch Anke Everts, die während einer Nahtoderfahrung in ihren Körper hineingeführt wurde und dort ein ganzes Universum entdeckte. Sie hat bei dieser tiefen Erfahrung festgestellt, dass jede einzelne Körperzelle auf der gleichen Frequenz schwingt wie die göttliche Quelle, zwar langsamer, materieller. Aber zwischen beiden gibt es letztlich keinerlei Trennung. Der Körper ist direkt mit der Schöpfung verbunden. Das Licht in unseren Zellen ist das gleiche Licht wie das der Quelle. Nur häufig durch Belastungen, Blockaden oder Krankheiten sehr klein und schwach. Doch unsere Zellen reagieren auf unser Bewusstsein. So konnte sie erleben, wie das Licht in ihren Zellen grösser wurde und diese regelrecht durch ihre aufmerksame, liebevolle Präsenz zu leuchten begannen. Schickte sie Liebe und Freude, kamen Liebe und Freude zu ihr zurück, nur um ein Vielfaches mehr. (Quelle: Anke Evertz: Durch Nahtoderfahrung in ein erfülltes Leben, Mystica.TV)

Dieser Neumond schenkt uns also auf tiefster Ebene die Erkenntnis, dass wir wahrlich Schöpfer und Schöpferinnen sind und eins mit der Fülle des Lebens.

 

 

Tipp

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