Deiner Bestimmung folgen

Der Steinbock-Neumond vom 26. Dezember 2019
 

Nachdem wir am 22. Dezember die diesjährige Wintersonnenwende erlebt haben, kommt es nun vier Tage später zu einem weiteren bedeutungsvollen kosmischen Ereignis: Einem besonderen Neumond am Morgen des Zweiten Weihnachtsfeiertages (6.13 Uhr MEZ). So handelt es sich bei diesem Neumond um eine ringförmige Sonnenfinsternis. Bei dieser seltenen Art von Eklipse schiebt sich der Mond zwar komplett vor die Sonnenscheibe wie bei einer totalen Finsternis, doch ist die Mondscheibe so klein, dass ein äusserer strahlender Ring sichtbar bleibt. Die ringförmige Verfinsterung wird in gewissen Gebieten der Arabischen Halbinsel, in Indien, dem Norden Sri Lankas, auf Sumatra und Borneo sichtbar sein. Für viele Menschen, die am Zweiten Weihnachtsfeiertag 2004 den verheerenden Tsunami erlebt und durchlitten haben, löst diese Finsternis wahrscheinlich ungute Gefühle aus. Denn der Finsternisschatten geht genau durch die Gebiete hindurch, die damals mit am stärksten von der schrecklichen Naturkatastrophe getroffen wurden. Und zwar auf den Tag genau fünfzehn Jahre später.

Auch wenn ich mir keine Deutung über die Bedeutung dieser Koinzidenz anmassen möchte, so denke ich doch, dass es auf einer gewissen Ebene einen Zusammenhang zwischen damals und heute gibt. Finsternisse haben häufig mit tiefgreifenden Transformationsprozessen zu tun. Und so ist dies vielleicht ein Moment, der den Betroffenen, die immer noch leiden, weil sie damals liebe Angehörige oder ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben, die Gelegenheit gibt, das, was sie noch schmerzlich an die Vergangenheit bindet, loszulassen. Auch wir können, wenn wir wollen, dazu einen Beitrag leisten, indem wir diesen Menschen friedvolle Gedanken schicken.

Doch auch für uns alle ist dieser Steinbock-Neumond, mit dem das Jahr nun ausklingt, eine Zeit der Wandlung und Erneuerung. Bevor ich auf diese Themen näher eingehe, zunächst die Konstellationen des Neumondhoroskops im Einzelnen.
 

Die Konstellationen des Neumondes

Sonne und Mond stehen beim kommenden Neumond auf 4 Grad Steinbock in Konjunktion mit Jupiter auf 5 Grad Steinbock am absteigenden Mondknoten. Die Dreifachkonjunktion von Sonne, Mond und Jupiter macht darüber hinaus ein harmonisches Trigon zu Uranus auf 3 Grad Stier sowie ein Quadrat zu Chiron auf 2 Grad Widder. Jupiter geht des Weiteren ein Halbsextil zu Venus in Wassermann ein. Saturn und Pluto ihrerseits bilden aus dem Steinbock-Zeichen heraus ein Sextil zu Mars auf 25 Grad Skorpion, während Merkur auf 25 Grad Schütze im Quadrat zu Lilith auf 26 Grad Fische steht. Das Neumondhoroskop zeigt für Mitteleuropa zudem eine Konzentration von Planeten im 2. Haus, dem Haus unserer Talente und Ressourcen.
 

Dein kosmisches Amt

Der bevorstehende Neumond stellt einen Höhepunkt der gegenwärtigen Bewegung der Sonne durch das Steinbock-Zeichen dar, dem zehnten Zeichen des Tierkreises. Die Zahl Zehn ist eine Zahl der Vollendung, weshalb das 10. Haus in der Astrologie auch den höchsten Punkt im Horoskop markiert: Die Himmelsmitte. Steinbock und das 10. Haus entsprechen einander. Wenn man über das Steinbock-Zeichen und seine Position im Tierkreis nachdenkt, mag man darüber auf den ersten Blick etwas irritiert sein. Denn das Licht ist mit dem Eintritt der Sonne in den Steinbock an seinem Tiefpunkt angelangt. Es ist der Moment, an dem wir die längste Nacht und den kürzesten Tag erleben (Wintersonnenwende). Entsprechend würde man vermuten, dass dieser Moment den tiefsten Punkt im Tierkreis markiert, den Nadir. Aber dies ist nicht der Fall. Wenn das Licht am schwächsten ausgeprägt ist, befindet sich die Sonne im Jahreslauf durch den Tierkreis an ihrem höchsten Punkt. Dies wird nur verständlich, wenn man die tiefere Bedeutung des Steinbock-Zeichens zu erfassen vermag. 

Die Wiedergeburt des Lichtes zur Steinbock-Zeit symbolisiert die Geburt unseres wahren Ichs, unseres Höheren Selbst. Dies deutet eine Phase im menschlichen Leben an, zu der wir zu unserer Bestimmung finden und diese in der Welt zum Ausdruck bringen, indem wir unsere mitgebrachten Talente und Fähigkeiten in den Dienst eines grösseren Ganzen, einer Gruppe, einer Gemeinschaft oder des Kollektivs stellen. Der Mensch gehört in dieser Phase seiner Entwicklung nur noch zum Teil sich selbst. Denn er folgt ab dann mit seinem ganzen Wesen seiner kosmischen Aufgabe. Er bringt das zur Reife und Vollendung, was ihn drängte, sich in dieses Leben zu inkarnieren. Er verwirklicht die Intention seiner Inkarnation.
 

Lebe ich richtig?

Wintersonnenwende wie Neumond im Steinbock-Zeichen stellen alle Jahre wieder zwei Momente im Jahr dar, zu denen wir dazu eingeladen sind, uns ausgiebiger mit unserer Lebensbestimmung zu befassen und dieser nachzuspüren. Vielleicht finden Sie am Tag des Neumondes - trotz der vielen Feiern und Verpflichtungen zu Weihnachten - dennoch einen Moment der Stille, um über die grossen Fragen Ihres Lebens nachzusinnen: Warum bin ich hier? Auf welche Weise kann ich meine Gaben am besten zum Wohle des Ganzen verwirklichen? Lebe ich richtig? Was kann ich tun, um diese Welt zu einer schöneren, harmonischeren und gerechteren zu machen? Aber auch: Was steht dieser Verwirklichung (noch) im Wege? Welche Hindernisse, vor allem welche Ängste, halten mich davon ab, mein Potenzial zu entfalten, mich der Welt zu zeigen und in ihr zu wirken? 
 

Intensive Wandlungsenergien

Die Saturn/Pluto-Konjunktion, die übrigens während dieses neuen Sonne/Mond-Zyklus exakt wird (12. Januar 2020), ist diesbezüglich ein kosmisches Geschenk. Denn sie hilft uns, so klar wie selten zuvor Licht auf unsere gegenwärtige Situation im Speziellen und unseren Lebensweg im Allgemeinen zu werfen. Vorausgesetzt wir sind bereit, unsere Situation ungeschminkt anzuschauen und auch Schattenthemen ins Auge zu blicken. Sie hilft uns, den Staub der sich über Jahre angesammelt hat, wegzuwischen, damit unser innerer Diamant, unser wahres Wesen zum Vorschein kommen kann. Dennoch sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Die Verbindung zwischen Saturn und Pluto, die wir jetzt erleben, verkörpert eine intensive Wandlungsenergie. Das Wegräumen des Schuttes ist ein Prozess, der durch Mark und Bein gehen kann, in Form von inneren Prozessen oder äusseren Ereignissen, die unser Fundament erzittern lassen. Was ist dieser Staub? Alles Mögliche: Fixe Vorstellungen, frühe Konditionierungen, alte Muster, unbewusste Glaubenssätze, einengende Rollenvorstellungen. Kurzum alles, was uns daran hindert, eine integrale, ganzheitliche Persönlichkeit zu werden. Wenn man aber weiss, dass dieser Prozess darauf angelegt ist, unser Licht stärker zum Strahlen zu bringen, sprich unseren inneren König (Jupiter) lebendig werden zu lassen, ist man fähig, diesem Prozess ein ausreichendes Mass an Vertrauen entgegenzubringen.
 

Was den Samen aufgehen lässt 

Der stark gestellte Jupiter im Neumondhoroskop unterstützt diesen Glauben, auch weil wir in dieser Zeit die Erfahrung machen dürften, dass trotz Hindernissen und Schwierigkeiten, Ernüchterungen und Frustrationen, die wir zeitweilig erleben, immer wieder eine Türe für uns aufgeht. Auf diese Weise vermögen wir neue Hoffnung, Kraft und Zuversicht zu schöpfen. Das zukunftsgerichtete und visionäre Trigon zwischen Jupiter und Uranus befeuert dies zusätzlich. Und es belebt unsere Intuition. Plötzlich taucht eine Idee auf oder wir haben eine Eingebung, die uns die Lösung für ein Problem beschert, oder wir wissen auf einmal mit grösster innerer Sicherheit, was wir tun wollen und was definitiv nicht mehr für uns stimmt. Doch die Dinge entwickeln sich langfristig nur dann gut, wenn wir sie mit grösster Sorgfalt und Integrität verfolgen. Schritt für Schritt. Stufe um Stufe. Eine Abkürzung auf dem Weg gibt es nicht. Dieser Neumond zwingt zu Authentizität und Echtheit. Verantwortung übernehmen für das, was ist und war, und voranschreiten mit Mut und Vertrauen in unsere Kraft, ist das Erfolgsgeheimnis der Stunde. Was sterben will, wird jetzt sterben, und was kommen will, ist nun vielleicht schon geboren. Auch wenn wir das Neue noch nicht erkennen können. Wenn wir uns weder zu sehr ängstigen, noch zu forsch und ohne zu hohe Erwartungen an die Dinge herangehen, keimt der Samen auf. 

 

Fingerspitzengefühl ist gefragt 

Zudem verspüren wir gegenwärtig ein starkes Bedürfnis, uns über das, was zurzeit in uns vor sich geht, mit einem lieben Menschen auszutauschen. Und in der Tat können Freunde für uns gerade jetzt eine gute Hilfe und Unterstützung sein (Venus in Wassermann im Quinkunx-Aspekt zum aufsteigenden Mondknoten). Denn sie haben häufig einen klareren Blick als wir selbst für unsere Gaben und Talente wie auch für unsere psychischen Knoten und blinden Flecken. Heikle Themen sollten aber unter dem Merkur/Lilith-Quadrat trotzdem nur sehr vorsichtig angesprochen und ausgebreitet werden. Das gilt nicht nur unter Freunden. Generell braucht es in der Kommunikation zurzeit viel Fingerspitzengefühl. Und manches Wort, das nicht gesagt wird, ist wahrscheinlich klüger und weiser als ein noch so wahr gesprochenes Wort. Einen Punkt, den man für ein gelungenes, harmonisches Weihnachtsfest ebenfalls nicht ganz ausser Acht lassen sollte.

Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen wunderbaren Start ins neue Jahr. Möge es für Sie auf allen Ebenen ein erfülltes werden. Ich freue mich, wenn ich auch im nächsten Jahr mit Ihnen wieder meine Gedanken zum Neumond teilen darf. Herzlichen Dank für die schönen E-Mails, die mich im Laufe des Jahres erreicht haben. Die vielen positiven Reaktionen haben mich sehr berührt.

Alles Liebe und Gute für Sie
Ihre
Alexandra Klinghammer

 

 

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